
CO-INNOVATIONSPROJEKT
Juli 2025 - März 2026
HERAUSFORDERUNG
Mit dem wachsenden Einsatz von Elektro-Lkw steigt die Komplexität im Flottenbetrieb deutlich. Denn die bestehenden Planungs- und Betriebsprozesse sind meist noch nicht auf die spezifischen Anforderungen von E-Lkw ausgelegt. In vielen Unternehmen wird die Ladeplanung manuell organisiert – häufig mithilfe von Tabellenkalkulationen, Erfahrungswissen und kurzfristigen Abstimmungen im Tagesgeschäft.
Es fehlt oft an durchgängiger Transparenz über verfügbare Ladeinfrastruktur, planbare Zeitfenster oder verbindliche Buchungsmöglichkeiten. Unklare Standzeiten und fehlende Koordination führen zu Ineffizienzen im Betrieb und erschweren die wirtschaftliche Skalierung von E-Lkw-Flotten.
Parallel dazu stellt sich für Depotbetreiber die Frage, wie sie ihre Ladepunkte auch Dritten zugänglich machen können – ohne den eigenen Betrieb oder die Versorgungssicherheit zu gefährden.
TRUCK CHARGING IST TEAMWORK
Im Co-Innovationsprojekt TRUCK CHARGING haben wir relevante Akteure entlang der Wertschöpfungskette zusammengebracht, um die Elektrifizierung der Logistik zu beschleunigen. Dafür arbeiteten etablierte Unternehmen, Start-ups sowie kommunale Vertreter:innen aus Industrie, Energie, Logistik und Technologie in einem strukturierten Prozess mit zweiwöchentlichen Workshops zusammen.
Innerhalb von 6 Monaten entwickelten die Projektpartner gemeinsam ein funktionsfähiges MVP eines interoperablen Reservierungssystems für das Laden von E-Lkw – von der Problemdefinition über die technische Integration bis hin zur Erprobung im Realbetrieb.

UNSER LÖSUNGSANSATZ
Im Rahmen von TRUCK CHARGING wurde ein interoperables Reservierungssystem für Ladepunkte von E-Lkw entwickelt. Es bringt das Angebot an Ladeinfrastruktur in Depots und im öffentlichen Raum mit der Nachfrage von Flottenbetreibern zusammen und ermöglicht eine zuverlässige, planbare Buchung von Ladezeitfenstern.
So schaffen wir Planungssicherheit für Flottenbetreiber und gleichzeitig ein effizientes Auslastungsmanagement für Depotbetreiber – als Grundlage für die skalierbare Elektrifizierung der Logistik.
Mehrwerte im gesamten Ladeökosystem
Für Logistikunternehmen
- Planungssicherheit
- Vermeidung von Wartezeiten
- Effizientere Flottensteuerung
Für Depotbetreiber und Anbieter öffentlichen Ladens
- Kontrollierte Freigabe für Dritte
- Transparente und effiziente Auslastung
- Sicherung des eigenen Betriebs
Das entwickelte Reservierungssystem wurde so konzipiert, dass es bestehende Infrastruktur-, Plattform- und Flottensysteme miteinander verbindet. Über standardisierte Schnittstellen – unter anderem auf Basis von OCPI – können unterschiedliche Anbieter und Systeme miteinander kommunizieren. So wird eine hersteller- und betreiberübergreifende Reservierung von Ladezeitfenstern ermöglicht. Die Interoperabilität schafft die technische Grundlage, um Depot- und öffentliche Ladeinfrastruktur effizient zu verknüpfen und skalierbar nutzbar zu machen.

PROJEKTPARTNER
NEUIGKEITEN ZUM PROJEKT
Das sagen unsere Projektpartner
Die Zusammenarbeit in diesem Projekt war für uns unglaublich wertvoll. Wir haben die richtigen Partner an den richtigen Tisch zu dem richtigem Thema zusammengebracht und haben es geschafft auch in kürzester Zeit Inhalte voranzutreiben, die so für jedes einzelne Unternehmen nicht möglich gewesen wären.
Sven Steckhan, Senior Manager | Program Lead - BEV Charging bei MAN Truck & Bus SE
Ich bin überzeugt, dass wir zusammen einen ersten wichtigen Meilenstein für die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs geschaffen haben .
Johannes Metzger, CEO, Spedition Metzger GmbH

Ausblick
Aufbauend auf den Ergebnissen des Co-Innovationsprojekts TRUCK CHARGING planen wir für 2026 neue Projekte, die zentrale Herausforderungen der Elektrifizierung im Schwerlastverkehr adressieren. Mögliche Themen sind:

System Orchestration TCO Blueprint
Das Projekt adressiert die derzeit stark fragmentierte Systemlandschaft beim Depotladen von elektrischen Lkw und entwickelt ein standardisiertes, interoperables Ökosystem für den wirtschaftlichen Betrieb von eTruck-Flotten. Ziel ist es, klare Rollen, Schnittstellen und Datenflüsse zwischen TMS, CPMS, EMS und Zahlungsanbietern zu definieren und in Form eines Konzepts oder MVPs prototypisch umzusetzen. Ergebnis soll eine „Minimum Viable Architecture“ als Referenzarchitektur sein, die als Blaupause für einen künftigen Marktstandard im Depot-Charging dient.
Flexible Energy Hubs
Das Projekt adressiert die Herausforderung, die steigende Elektrifizierung von Lkw mit volatilen Strompreisen, begrenzter Netzkapazität und neuer Netzentgeltregulatorik wirtschaftlich zu vereinen. Ziel ist es, Logistikdepots als „Flexible Energy Hubs“ zu konzipieren, indem operative Flexibilität (z. B. Routen und Zeitfenster) systematisch mit energetischer Flexibilität (z. B. Lastverschiebung, Speicher, Preissignale) verknüpft wird. Ergebnis soll ein MVP einer integrierten B2B-Lösung sein, die direkt in die Routenplanungssoftware eingebunden ist und dem Logistiker eine kostenoptimierte Route basierend auf seinem Flexibilitätspotenzial ermöglicht






